Workshop: GameJam - Ressource. Maschine. Mensch.
Seminarkonzept Arbeit und Leben Thüringen
Wie lassen sich politische Fragen spielerisch bearbeiten? Welche gesellschaftlichen Themen eignen sich für digitale Spiele? Und was passiert, wenn junge Menschen nicht nur Games konsumieren, sondern selbst entwickeln?
Mit diesen Fragen beschäftigte sich das Modellseminar „GameJam – Ressource. Maschine. Mensch.“ von Arbeit und Leben Thüringen. Im Game Lab der Bauhaus-Universität Weimar kamen junge Erwachsene zusammen, um innerhalb weniger Tage eigene Spielideen zu entwickeln und dabei gesellschaftliche Themen wie Digitalisierung, Ressourcenverbrauch, Mensch-Maschine-Verhältnisse und soziale Verantwortung zu diskutieren. Das Seminar verband politische Bildung mit kreativer Medienarbeit und zeigte, wie digitale Spiele zu einem Raum für Reflexion, Beteiligung und gesellschaftliche Auseinandersetzung werden können. Ungewöhnlich war der Ansatz: Das Seminar war als Barcamp organisiert um den Teilnehmenden die größtmögliche Beteiligung zu gewähren.
Zielgruppe
Digitale Spiele prägen Lebenswelten junger Menschen. Sie sind kulturelle Praxis, Kommunikationsraum und Wirtschaftsfaktor zugleich.
Das Modellseminar „GameJam – Ressourcen. Maschine. Mensch.“ griff diese Lebenswelt auf und verband sie mit politischen Fragestellungen:
- Wie beeinflussen technologische Entwicklungen gesellschaftliche Machtverhältnisse?
- Welche Rolle spielen Ressourcen – materiell, ökologisch, menschlich – in digitalen Produktionsprozessen?
- Wie verändert das Verhältnis von Mensch und Maschine politische Teilhabe?
Im Rahmen eines offenen GameJams entwickelten die Teilnehmenden eigene Spielideen und Prototypen. Sie arbeiteten kollaborativ im Game Lab der Bauhaus-Universität Weimar und setzten sich kreativ mit gesellschaftspolitischen Fragen auseinander.
Angesprochen waren vor allem junge Erwachsene mit Interesse an Games, Medien und gesellschaftlichen Themen.
Die Gruppe setzte sich überwiegend aus Studierenden und jungen Menschen im Freiwilligendienst oder in Ausbildung zusammen. 17 von 18 Personen nahmen erstmals an einem Seminar von Arbeit und Leben teil
Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Praxis
Der GameJam zeigte, dass digitale Kreativformate politische Bildung erweitern können.
Positive Erfahrungen:
- Hohe Motivation durch eigenständiges Arbeiten
- Starke Teamdynamik
- Identifikation mit dem eigenen Produkt
Herausforderungen:
- Politische Tiefenschärfe war unterschiedlich ausgeprägt
- Die Balance zwischen Technik, Spielmechanik und politischer Reflexion musste aktiv moderiert werden
Der offene Charakter des Formats verlangt eine klare Rahmung. Politische Bildung entsteht hier nicht automatisch durch das Medium Spiel, sondern durch gezielte Impulse, Reflexion und Feedback.
Das Besondere
Das Spezifische am Seminar war die konsequente Verbindung von:
- politischer Fragestellung
- digitaler Kreativpraxis
- kollaborativer Arbeitsweise
- realem Produktionskontext
Die Teilnehmenden arbeiteten im professionellen Umfeld des Game Labs und erlebten politische Bildung nicht als Seminar, sondern als gemeinsamen Entwicklungsprozess.
Tipps für Teamende
- Politische Leitfragen früh und sichtbar platzieren
- Reflexionsphasen fest einplanen
- Technik nicht zum Selbstzweck werden lassen
- Interdisziplinäre Impulsgeber:innen einbinden
- Einen klaren Rahmen für Feedback setzen
Das GameJam-Formate eignet sich besonders für:
- medienaffine Zielgruppen
- projektorientiertes Lernen
- innovative Konzepte in der politischen Jugendbildung
Material zum Download
Download >> ZIM-Modellseminar_Thuringen_2025.pdf
Über die Seminarkonzepte
Schwerpunktthema 2025/2026: Demokratisch handeln in der Arbeitswelt
Wie können junge Menschen Demokratie in der Arbeitswelt erleben, verstehen und mitgestalten? Diese Frage steht im Mittelpunkt des Schwerpunktthemas „Demokratisch handeln in der Arbeitswelt“, das 2025/2026 im Rahmen der Politischen Jugendbildung im Kinder- und Jugendplan (KJP) bei Arbeit und Leben bearbeitet wird.
Die Landesorganisationen von Arbeit und Leben entwickeln dazu modellhafte und experimentelle Seminarkonzepte. Sie erproben neue Zugänge, Methoden und Formate, reflektieren ihre Erfahrungen im kollegialen Austausch und entwickeln die Ansätze weiter.
Die Blogbeiträge dokumentieren diese Konzepte und Erfahrungen. Sie machen Lernprozesse sichtbar und geben Impulse für die Praxis der politischen Jugendbildung.
Förderung: Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) im Rahmen des Kinder- und Jugendplans (KJP)