[TW] Wie demokratisch ist dein Betrieb?
Das #GetInvolved-Selbstmonitoring-Tool
Wer entscheidet im Betrieb? Wer wird beteiligt und wer eher nicht? Wie gehen Unternehmen mit Vielfalt und Diskriminierung um? Und welche Möglichkeiten gibt es, demokratische Teilhabe im Ausbildungsalltag zu stärken?
Das Selbstmonitoring-Tool für demokratische Prozesse in Berufsbildungseinrichtungen aus dem Projekt #GetInvolved lädt dazu ein, die eigenen Strukturen und das eigene Handeln zu überprüfen. Im Mittelpunkt stehen vier Bereiche: Vielfalt, Partizipation, Fortbildungen und soziales Engagement.
Auf einen Blick
Name:
"#GetInvolved - Selbstmonitoring Tool für demokratische Prozesse in Berufsbildungseinrichtungen“
Zielgruppe:
Führungskräfte, Lehrkräfte und Ausbilder:innen sowie Lernende und Mitarbeitende in Berufsbildungseinrichtungen
Dauer:
- mehrtägig
- prozessorientert
Einzelne Methoden oder Materialien können auch unabhängig von den vollständigen Abläufen genutzt werden.
Herausgegeben von:
Entwickelt im Rahmen des Erasmus+-Projekts #GetInvolved von QBS Gewerkstatt gGmbH (Deutschland), 3s research laboratory (Österreich), PKZ Voca Train (Polen), Leibniz Universität Hannover – IDD (Deutschland) und ISFORCOOP (Italien).
Link:
Selbstmonitoring Tool für demokratische Prozesse in Berufsbildungseinrichtungen
So funktioniert es
Das Tool besteht aus drei Perspektiven: strukturelles Monitoring, Beobachtung der persönlichen Haltung und die Erfahrungen der Lernenden. Es werden die vier Bereiche Vielfalt, Partizipation, Fortbildungen und Soziales Engagement betrachtet. Diese Bereiche können unabhängig voneinander bearbeitet werden. Im Kern kommen als Methoden Reflexionsfragen und Checklisten zum Einsatz.
Vielfalt
Checklisten helfen dabei, die eigene Haltung zu Vielfalt und Diskriminierung zu reflektieren. Gefragt wird unter anderem, ob diskriminierendes Verhalten erkannt und angesprochen wird und ob Lernmaterialien unterschiedliche Hintergründe sichtbar machen. Eine „Power Flower“ unterstützt die Reflexion über gesellschaftliche Positionen und Privilegien.
Partizipation
Hier geht es um die Frage, wie viel Mitbestimmung im Ausbildungsalltag tatsächlich stattfindet. Die Checklisten fragen beispielsweise, ob Lernende ihre Meinung einbringen, eigene Projekte umsetzen oder gemeinsam Regeln entwickeln können. Dabei wird deutlich gemacht: Informieren und Meinungen erfragen sind noch keine echte Partizipation. Die höchste Stufe besteht darin, Entscheidungsmacht zu teilen.
Fortbildungen
Eine weitere Checkliste betrachtet Kompetenzen und Weiterbildung. Themen sind unter anderem Kommunikation, Konfliktmanagement, Diversität und Antidiskriminierung, politische Bildung, Medienkompetenz sowie der Umgang mit Fake News und Verschwörungserzählungen. Auch die Frage, ob eine Einrichtung solche Fortbildungen unterstützt, wird aufgegriffen.
Soziales Engagement
Der vierte Bereich fragt danach, wie Einrichtungen soziales Engagement von Lernenden und Mitarbeitenden ermöglichen und anerkennen. Das Tool verbindet Engagement mit Selbstwirksamkeit und demokratischen Kompetenzen wie Organisations-, Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit.
Ein wichtiger Bestandteil des Tools kommt nach den Checklisten: Die Ergebnisse sollen nicht einfach abgehakt werden. Zu den einzelnen Bereichen gibt es Auswertung und Reflexionsfragen. Nutzer:innen werden aufgefordert, Aspekte zu notieren, die sie überraschen oder an denen sie weiterarbeiten möchten. Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, möglichst viele „Ja“-Antworten zu sammeln. Vielmehr soll das Monitoring dabei helfen, Stärken sichtbar zu machen, blinde Flecken zu erkennen und konkrete nächste Schritte zu entwickeln. Gerade für kleinere Betriebe bietet das Tool dafür einen niedrigschwelligen Ansatz: Es müssen nicht sofort umfangreiche Diversity- oder Inklusionsstrategien entwickelt werden. Aus den Ergebnissen können zunächst einzelne Themen ausgewählt und bearbeitet werden.
Fazit
Das #GetInvolved-Selbstmonitoring-Tool bietet Betrieben und Berufsbildungseinrichtungen eine strukturierte Möglichkeit, die eigenen Bedingungen für demokratische Teilhabe zu überprüfen. Die vier Bereiche Vielfalt, Partizipation, Fortbildungen und soziales Engagement ermöglichen dabei unterschiedliche Zugänge zur Reflexion der eigenen Praxis.
Besonders hilfreich sind die Checklisten, die konkrete Fragen zu Beteiligungsmöglichkeiten, Diskriminierung, Weiterbildung und Engagement aufgreifen. Ergänzende Methoden und Reflexionsfragen unterstützen dabei, aus den Ergebnissen eigene Schwerpunkte und mögliche nächste Schritte abzuleiten.
Damit eignet sich das Tool vor allem als Einstieg in einen organisationsbezogenen Reflexions- und Entwicklungsprozess. Es kann sichtbar machen, wo bereits gute Beteiligungsstrukturen vorhanden sind und an welchen Stellen weiterer Handlungsbedarf besteht.
Hier geht es direkt zum Material: #GetInvolved - Selbstmonitoring Tool für demokratische Prozesse in Berufsbildungseinrichtungen
Hier geht es zur Webseite des Projekts.
Hier geht es zur Übersichtsseite unserer Themenwoche: Demokratie anpacken! – Handwerkszeug für Demokratiebildung im Betrieb
Über die Themenwoche
Dieser Beitrag setzt unsere Themenwoche „Demokratie anpacken! – Handwerkszeug für Demokratiebildung im Betrieb“ fort. In den Beiträgen stellen wir Methoden, Materialien, digitale Werkzeuge und Seminarkonzepte für die politische Bildung in der Arbeitswelt vor. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie demokratische Beteiligung, Mitbestimmung und eine respektvolle Betriebskultur praktisch gestärkt werden können.