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Workshop: Meinungsfreiheit oder frei von Meinung? Unsoziales Verhalten in sozialen Medien – Ein Thema für Azubis?

Seminarkonzept Arbeit und Leben Mecklenburg-Vorpommern

// Michél Murawa

Social Media und das darin beobachtbare unsoziale Verhalten waren als Aufhänger mit Lebensweltbezug für vertiefte Debatten über politische Inhalte (allgemein verbindliche Regeln, demokratische Aushandlung, Mehrheit und Minderheit, Meinungsfreiheit) angelegt. Darüber hinaus wurde ein Exkurs zum Thema Sensationslust eingeflochten, um im vertiefenden Kurz-Workshop im Internat auf die mehrfach geäußerte Motivation der “Ablenkung” einzugehen.

Zielgruppe

Zielgruppe waren junge Menschen zwischen 16 und 27 Jahren mit und ohne Migrationsgeschichte. Einzelne Menschen in einem Alter über 27 waren ebenfalls Teilnehmende. Auszubildende (untergebracht in Internat) sowie Menschen, welche auf dem zweiten Bildungsweg die Mittlere Reife anstreben, und Integrationskursteilnehmende (an einer VHS) waren die drei Zielgruppen. Die Geschlechterverteilung wies mehr männliche als weibliche Teilnehmende auf; zwei Personen ordneten sich keinem Geschlecht oder der Kategorie divers zu.

Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Praxis

Sprechfähigkeit und (damit verbunden auch) Beteiligung waren in der gemischten Gruppe aus Integrationskursteilnehmenden und Mittlere-Reife-Nachholenden an der VHS ungleich verteilt. Auch die Gruppengröße (zu Beginn mehr als 30 Teilnehmende) in Verbindung mit Fluktuation war hier hinderlich für eine den Bildungsprozess unterstützende Gruppendynamik. Der vertiefende Internats-Workshop verzeichnete deutlich weniger Teilnehmende. Laut früheren Teilnehmenden waren tagesaktuelle parallele Ereignisse (Zivilcourage) sowie private Entscheidungen für andere Freizeitaktivitäten dafür verantwortlich. Teilnehmendenlisten und Fragebögen waren in beiden Settings (Internat und VHS) durchaus hemmende und ablenkende Faktoren. Das wog noch schwerer angesichts der bewusst vorgenommenen zeitlichen Beschränkung (1,5 h pro Termin). Ein gelungener Zugang zu den drei Zielgruppen in zwei Settings kann festgehalten werden. Auch die methodische Offenheit entlang der geäußerten Anliegen im grob gesetzten Thema bot Raum für Austausch über politische Themen, auch wenn „Politik“ von die Gruppendynamik prägenden Individuen als ein Trigger benannt wurde. 

Das Besondere 

Modellhaft sollten diese Workshops zeigen, dass politische Inhalte mit jungen Menschen in Ausbildungs- und Sprachbildungskontexten über ihre digitale Lebenswelt in sozialen Medien bzw. Netzwerken besprechbar sind und Erkenntnisgewinn für junge Menschen bringen können. Prinzipien und Methoden der politischen Bildung wurden verknüpft mit einer Offenheit in der Themensetzung (Meinungsfreiheit und soziale Medien), die in allgemeinen (auch außerschulischen politischen) Bildungssituationen oftmals (begründbar) fehlt. Dies ließ andere Diskussionsverläufe und neue Erfahrungen zu.   

Tipps für Teamende 

 Ein offen fragendes Erkunden (politischer) Positionierungen und ein schrittweises Sichtbarmachen anderer Einstellungen und Haltungen entlang der von den jungen Menschen angesprochenen Themen ist ein gangbarer Ansatz. Er sollte allerdings eher als Vorbereitung auf weiterführende lebensweltorientierte politische Bildungsangebote verstanden werden. Stärker bildgestützte Kommunikation (Bilder, die zentrale Begriffe und Themen repräsentieren) könnte sprachlich unterschiedliche Voraussetzungen zumindest abmildern.

Material zum Download

Download >> ZIM_Modellseminar_2025_MV.pdf

 

Über die Seminarkonzepte

Schwerpunktthema 2025/2026: Demokratisch handeln in der Arbeitswelt

Wie können junge Menschen Demokratie in der Arbeitswelt erleben, verstehen und mitgestalten? Diese Frage steht im Mittelpunkt des Schwerpunktthemas „Demokratisch handeln in der Arbeitswelt“, das 2025/2026 im Rahmen der Politischen Jugendbildung im Kinder- und Jugendplan (KJP) bei Arbeit und Leben bearbeitet wird.

Die Landesorganisationen von Arbeit und Leben entwickeln dazu modellhafte und experimentelle Seminarkonzepte. Sie erproben neue Zugänge, Methoden und Formate, reflektieren ihre Erfahrungen im kollegialen Austausch und entwickeln die Ansätze weiter.

Die Blogbeiträge dokumentieren diese Konzepte und Erfahrungen. Sie machen Lernprozesse sichtbar und geben Impulse für die Praxis der politischen Jugendbildung.

Förderung: Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) im Rahmen des Kinder- und Jugendplans (KJP) 

 

 


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