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Workshop: Demokratie ist mehr als Wahlen!

Seminarkonzept Arbeit und Leben Nordrhein-Westfalen

// Maria Wigbers

Was bedeutet Demokratie für Menschen, die nicht wählen dürfen? Genau dieser Frage ging ein Modellseminar von Arbeit und Leben NRW nach. Im Mittelpunkt standen junge Menschen mit Migrationserfahrung, ihre Rechte, ihre Handlungsmöglichkeiten und die Erfahrung: Auch ohne Wahlrecht kann man Gesellschaft mitgestalten.

Zielgruppe

Wie kann Demokratie für Menschen erfahrbar gemacht werden, die nicht wählen dürfen? Und wie können Methoden der politischen Bildung so gestaltet werden, dass sie nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch Handlungskompetenzen in der Arbeits- und Lebenswelt der Teilnehmer*innen stärken? Die Veranstaltung zielte auf die Beantwortung dieser Fragen.
Das Seminar verfolgte einen handlungsorientierten Ansatz der politischen Bildung. Demokratie wurde nicht nur als politisches System vermittelt, sondern als Lebensform, die im Alltag erfahrbar ist – in Schule, Ausbildung, Arbeit, Nachbarschaft, Kultur und Engagement. Ziel war es, den Teilnehmenden zu zeigen, dass demokratische Teilhabe auch ohne Wahlrecht möglich ist, zum Beispiel durch Engagement in der Arbeitswelt z.B. in Interessenvertretung(en), kulturelle Projekte, Ehrenamt und Beteiligung in sozialen Räumen.
Das Seminar richtete sich an junge Menschen mit Migrationserfahrung aus der POC-Community, die sich für gesellschaftliche Teilhabe, Integration und Engagement interessieren. Viele der Teilnehmenden absolvieren eine Schule oder Ausbildung oder befinden sich in einer Phase der beruflichen Orientierung und stehen vor der Herausforderung, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden und ihre Rechte und Möglichkeiten zu verstehen.

Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Praxis

Die Zusammenarbeit mit dem Verein Mzansi Afrika Community e.V. öffnet den Zugang zu einer Zielgruppe, einem POC-Netzwerk, das Arbeit und Leben NRW sonst nicht ohne Weiteres erreichen würde und diese Erfahrung kann auch für weitere Kooperationen mit diesem und anderen Vereinen wichtig sein. Eine Herausforderung bestand darin, sehr unterschiedliche Bildungsniveaus, Sprach-kenntnisse und Vorerfahrungen der TN zu berücksichtigen. Dies wurde durch einfache Sprache, visuelle Methoden, Gruppenarbeit, praktische Übungen und eine intensive Begleitungdurch die Teamer*innen aufgefangen.

Ergebnisse

Das Seminar führte u.a. zu folgenden Lernergebnissen und Kompetenzen für die Arbeits- und Lebenswelt:

  • Die TN verstehen Demokratie als Lebensform, nicht nur als Wahlsystem
  • Sie kennen ihre grundlegenden Rechte und demokratischen Handlungsmöglichkeiten in Ausbildung und Arbeit
  • Sie haben Wissen über freiwilliges Engagement und demokratische Beteiligung in ihrer Lebenswelt (ohne Wahlrecht)
  • Sie haben ihre Konflikt- und Kommunikationsfähigkeit verbessert


Für viele Teilnehmer*innen war besonders wichtig zu erkennen, dass sie auch ohne Wahlrecht eine Stimme haben und die Gesellschaft mitgestalten können. Das Seminar hat direkte Auswirkungen auf demokratische Teilhabemöglichkeiten und birgt damit das Potential, das Zugehörigkeitsgefühl zu unserer Demokratie zu erhöhen. Auch erhöht es die Wahrscheinlichkeit, dass die Teilnehmer*innen sich in ihrer Arbeits- und Lebenswelt (für ihre Interessen und darüber hinaus) engagieren, etwa gegen Diskriminierung und rechte Tendenzen.

 

Das Besondere 

Das Besondere an diesem Wochenende war die Verbindung von politischer Bildung, kultureller Bildung und praktischer Erfahrung. Demokratie wurde nicht nur theoretisch besprochen, sondern praktisch in der Gruppe erlebt – etwa durch Diskussionen, Engagement und Projektplanung.

Tipps für Teamende 

  • Ein guter Betreuungsschlüssel zwischen Referent*innen und TN kann ein Schlüssel zum Erfolg solcher Seminare sein, gerade um den möglichen, oben genannten Herausforderungen zu entsprechen.
  • Durch gelebte Demokratie im Seminarraum kann u.a. das volle kreative Potential der TN mit Blick auf Ideen für Engagement aktiviert werden.
  • Kreative Methoden und das gemeinsame Arbeiten an einem konkreten Produkt wie an einem Podcast stärken das Gruppengefühl.
  • Eine gute Vorbereitung und Unterstützung der An- und Abreise ist bei Seminaren wie diesem, das Menschen aus zahlreichen Städten in NRW und darüber hinaus zusammenbringt, essentiell.

Material zum Download

Download >> ZIM-Modellseminar_NRW_2025.pdf

 

Über die Seminarkonzepte

Schwerpunktthema 2025/2026: Demokratisch handeln in der Arbeitswelt

Wie können junge Menschen Demokratie in der Arbeitswelt erleben, verstehen und mitgestalten? Diese Frage steht im Mittelpunkt des Schwerpunktthemas „Demokratisch handeln in der Arbeitswelt“, das 2025/2026 im Rahmen der Politischen Jugendbildung im Kinder- und Jugendplan (KJP) bei Arbeit und Leben bearbeitet wird.

Die Landesorganisationen von Arbeit und Leben entwickeln dazu modellhafte und experimentelle Seminarkonzepte. Sie erproben neue Zugänge, Methoden und Formate, reflektieren ihre Erfahrungen im kollegialen Austausch und entwickeln die Ansätze weiter.

Die Blogbeiträge dokumentieren diese Konzepte und Erfahrungen. Sie machen Lernprozesse sichtbar und geben Impulse für die Praxis der politischen Jugendbildung.

Förderung: Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) im Rahmen des Kinder- und Jugendplans (KJP) 

 

 


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