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[TW] Wer bestimmt über mein Berufsleben?

Die Methode: Willkommen in unserem Streiklokal!

// Swetlana Pomjalowa

Was machst Du eigentlich beruflich? Ist Fürsorge Arbeit? Schon wieder Streik?
Diese oder ähnliche Fragen begegnen uns häufig in Gesprächen - wenn es um das Thema Arbeit geht. Im Methodenhandbuch Aufsuchende politische Bildung, das von der Berliner Landeszentrale für politische Bildung herausgegeben wurde, ist dem Themenfeld Arbeit ein Kapitel mit 3 Methoden gewidmet:

Methode 1: Jeder ist seines Glückes Schmied! - Wirklich?
Methode 2: "All die Kehrarbeit"
Methode 3: Willkommen in unserem Streiklokal! - Diese Methode stellen wir hier vor.

Die Methode 3 widmet sich einem bedeutenden Aufgabenfeld der Gewerkschaften und verdeutlicht, dass Mitbestimmung und Mitgestaltung von Menschen in der Arbeitswelt wichtig und wirksam sind, und dass Arbeit politisch ist.

Auf einen Blick

Name:
"Willkommen in unserem Streiklokal!"

Zielgruppe:
offen für alle, da im öffentlichen Raum. Spontane Teilnahme möglich.

Dauer:

  • ca. 1 Stunde bis halber Tag. Zusätlich Zeit für die Vorbereitung einplanen!
  • Aufwand in der Vorbereitung: hoch

Herausgegeben von:
Berliner Landeszentrale für politische Bildung
Das Methodenhandbuch ist im Rahmen des Modellprojekts »Gleiche politische Teilhabe« (2021–2024) entstanden, gefördert durch das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen sowie die Bundeszentrale für politische Bildung.

Link:
zum Download der Methode "Willkommen in unserem Streitlokal"

So funktioniert es

Im öffentlichen Raum wird ein fiktives Streiklokal aufgebaut, das aus mehreren Stationen besteht. Vorgeschlagen werden im Methodenhandbuch 4 Stationen, die je nach Themenschwerpunkt erweitert bzw. angepasst werden können (das betrifft z.B. die Station 4).

Public Punchbag (Frust am Boxsach herauslassen, Antworten auf Fragen an die Wand pinnen, Ins Gespräch kommen)
1, 2 oder 3 (Aussagen einordnen, sich positionieren, Haltung zeigen)
Infostand (selbst erstellte Infokarten zu Arbeitskampf, Erfolgen der Gewerkschaften, weiteres Infomaterial nach Bedarf)
Pflegestreik (Ausdrucke der Zitate von Pflegekräften als Anlass zu Diskussionen)

Die Stationen können nacheinander oder auch einzeln besucht werden. Ziel ist es, mit den Menschen in den Austausch zu kommen und sich mit den verschiedenen Positionen zum Thema Arbeit und Gewerkschafen auseinanderzusetzen.

Fazit

An allen Stationen braucht es eine Moderation und ausreichend Teamende, die die Passant:innen bei der Aufgabenstellung und in der Diskussion begleiten und die Inhalte einordnen können.
Ziel der Methode ist es nicht, Menschen für den Eintritt in die Gewerkschaft zu motivieren bzw. zum Streik aufzurufen.Vielmehr steht die Vermittlung von Wissen über die Bedeutung und Kontroversen rund um das Thema Gewerkschaften, Rechten von Arbeitnehmer:innen und Arbeitskampf im Vordergrund, um Menschen in ihrer Mitbestimmung zu stärken.
Die Methode braucht viel Vorbereitung im Vorfeld - von der Plakatgestaltung, Findung eines geegneten Ortes im öffenltichen Raum bis hin zur Begleitung der einzelnen Stationen. Gleichtzeitig lädt die Methode alle Menschen, die sich angesprochen fühlen und womöglich zufällig gerade da sind, an, sich mit der Frage zu beschäftigen, wer über das eigene Berufsleben bestimmt, wie die aktuellen Bedingungen sind und welche Möglichkeiten zur Mitbestimmung und Mitgestaltung möglich sein können.
Anlässe wie der 1. Mai bieten sich für die Wahl dieser Methode gut an. Aber auch im Rahmen von öffenltichen Veranstaltungen mit Infoständen und Aktionen kann die Methode gut zum Einsatz kommen, wenn Menschen spontan teilnehmen können.
Die Methoden 1 bis 3 können außerdem gut in ein mehrtägiges außerschulisches Bildungsangebot für Jugendliche integriert werden, wenn die Themen wie Demokratie und Partizipation, Arbeit und Arbeitskampf und/oder soziale Ungleichheit und Chancengerechtigkeit behandelt werden.
Zum Methodenhandbuch:

Die Sammlung ist mit ihrer Vielfalt an Themen und Methoden für politische Bildner:innen ein hilfreiches Instrument in der aufsuchenden politischen Bildung. Die Übersicht der Methoden bietet eine Einordnung in:

  • feste Gruppe oder spontane Teilnahme möglich
  • öffentlicher Raum oder Seminarraum
  • mit und ohne Schriftsprache

Inhaltlich orientiert sich die Methodensammlung an folgenden Themen mit jeweils 3 Methoden:

  • Zeit und Raum
  • Partizipation und Multiperspektivität
  • Diskriminierung
  • Arbeit
  • Armut
  • Wohnen
  • Sorgearbeit
  • Feminismus
  • Intervention und Feedback

Es lohnt sich ein Blick auf die Methoden aus den jeweiligen Themenfeldern.

 

Hier geht es direkt zum Material: "Willkommen in unserem Streitlokal"

Hier geht es zur Übersichtsseite unserer Themenwoche: Demokratie anpacken! – Handwerkszeug für Demokratiebildung im Betrieb

 

Über die Themenwoche

Dieser Beitrag setzt unsere Themenwoche „Demokratie anpacken! – Handwerkszeug für Demokratiebildung im Betrieb fort. In den kommenden Beiträgen stellen wir weitere Methoden, Materialien, digitale Werkzeuge und Seminarkonzepte für die politische Bildung in der Arbeitswelt vor. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie demokratische Beteiligung, Mitbestimmung und eine respektvolle Betriebskultur praktisch gestärkt werden können.


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