Spannende Neuerscheinung im Wochenschau-Verlag zum Themenfeld Jugend-Übergang Schule/Beruf-Politische Bildung

„Jenseits des Hängemattenlandes. Arbeit und Arbeitslosigkeit aus der Sicht von Jugendlichen. Eine Rekonstruktion ihrer Orientierungen und ihre Bedeutung für die Politische Bildung“ von Sophie Schmitt

In dieser qualitativ-rekonstruktiven Studie widmet sich die Autorin aus verschiedenen Perspektiven dem Verhältnis von Jugend, Arbeit und Identität im 21. Jahrhundert und arbeite heraus, wie arbeitsmarktbezogene Anforderungen in die Jugendphase diffundieren.

Dies führt bei den befragten Jugendlichen u.a. dazu, dass zum einen utopische Momente jenseits der Erwerbsarbeit absolut keine Rolle spielen und für sie die Figur des Langzeitarbeitslosen als Gegenbild ihrer eigenen gesellschaftlichen Verortung fungiert. Für die Jugendlichen ist Arbeit je nach ihrem Zugang zu Ressourcen mehr oder weniger mit Freiheits- und Entwicklungversprechen, Qualifikations- und Leistungsdruck, Anerkennungsdefizten, Prekarisierungsrisiken sowie Verunsicherungen und Ängsten verbunden. Darüber hinaus ist auch eine Privatisierung und Entpolitisierung gesellschaftlicher Problemlagen sowie der Individualisierung von Arbeitslosigkeit und der mehr oder weniger starken Abwertung von Langzeitarbeitslosen festzustellen. 

Diese Orientierungen gilt es aus Sicht der Autorin im Rahmen einer sozialwissenschaftlich orientierten politischen Bildung aufzugreifen. Dabei sollten unternehmerische Selbst-, Menschen- und Gesellschaftsbilder nicht affirmiert, sondern irritiert, reflektiert und Alternativdeutungen angeboten werden. Zum anderen braucht es eine politische Bildung, die die Orientierung und Selbstversorgung von jungen Menschen fördert und sie zum politischen Handeln ermutigt und befähigt. Hier kann politische Bildungen Räume für die Aushandlung unterschiedlicher Vorstellungen von einem guten Leben und über Alternativen zu Bestehenden bereitstellen.

http://www.wochenschau-verlag.de/studium-wissenschaft/jenseits-des-haengemattenlandes.html