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breit aufgestellt - Multiplikator_innen-Fortbildung zur Prävention von Ungleichwertigkeitsvorstellungen

Vorstellungen sozialer Ungleichwertigkeit sind das verbindende Element extrem rechter Einstellungen. Diese prägen Strukturen, Handlungsmuster und Erscheinungsformen von Neonazis und Rechtspopulist_innen. Gleichzeitig finden sich dieselben ausgrenzenden Gedanken und Argumentationsmuster in der Mitte der Gesellschaft und bilden damit den Nährboden für Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt. Angriffe auf Geflüchtete, Kampagnen ausgrenzender Sexual- und Familienpolitik, antisemitische Übergriffe im Alltag oder völkischnationalistische Aufmärsche sind aktueller Ausdruck dieser Verbindung. 

Wie kann ein Lernen zu Diskriminierung funktionieren?

Das Fortbildungskonzept „breit aufgestellt!“ greift seit 2013 die einzelnen Ideologieelemente der extremen Rechten auf, beschreibt sie in ihrem Zusammenwirken und lotet ihre Bedeutung für die gesamte Gesellschaft aus. Ziel ist es, extrem rechten Aktivitäten, rechtpopulistischen Diskursen und Einstiegsprozessen in rechte Szenen den Nährboden zu entziehen. Multiplikator_innen sollen für eine Bildungs- und Präventionsarbeit befähigt werden, die  Ausgrenzungsmechanismen in der Mitte der Gesellschaft, im professionellen Alltag und Lebensumfeld entgegenwirkt. Es geht auch um Aspekte von Empowement, Powersharing und Machtkritik. Durch den Ansatz der Intersektionalität
(Intersection = Schnittpunkt) sollen verschiedene soziale Kategorien in ihrer Wechselwirkung im Rahmen sozialer, politischer und pädagogischer Prozesse von Exklusion und Inklusion einbezogen werden. 

Wie können in einer Verbindung von kognitiver, emotionaler und körperlicher Wissensaneignung und -schilderung intersektionalitätssensible Arbeitsmaterialien und Methoden konzipiert und eingesetzt werden?

Die einzelnen Module beinhalten jeweils die Ebenen von Theorie, Selbstreflexion und Methodenerarbeitung. Ein zentrales Element der Fortbildung ist die praktische Umsetzung des Erlernten durch die begleitete Planung, Durchführung und Evaluation von Praxisprojekten im eigenen professionellen Handlungsfeld

 

Die Qualifizierung will

  • an den Erfahrungen und Ansätzen der politischen Bildungsarbeit in den entsprechenden Themenfeldern anknüpfen und diese gleichzeitig komprimiert zusammenfassen;
  • die Rahmenbedingungen und Zielsetzungen der teilnehmenden Multiplikator_innen aufgreifen und sie unterstützen, einen analytischen Blick und eine pädagogische Haltung in eine Arbeit zu integrieren, die Vielfalt, Diskriminierung und verschiedene Identitätsaspekte einbezieht;
  • ein konkretes Methodenset für die verschiedenen Themenfelder bereitstellen sowie umfassende Hinweise geben, mit welchen Materialien und Kooperationen in der eigenen Arbeit daran angeknüpft werden kann.

 

Die Fortbildung richtet sich an Multiplikator_innen: Politische Bildner_innen, Pädagog_innen aus der allgemeinen Weiterbildung, Lehrer_innen, Sozialpädagog_innen und Mitarbeiter_innen von Jugendeinrichtungen, aber auch an weitere Akteur_innen aus gesellschaftlichen Bereichen, die mit den beschriebenen Phänomenen konfrontiert sind und darauf pädagogisch reagieren wollen (zum Beispiel Sport und Justiz, Betrieb oder Verwaltung). Sie sollen befähigt werden, in ihrem Umfeld und in den Institutionen präventiv gegen ausgrenzende, diskriminierende und (extreme) Einstellungen zu wirken bzw. bestehende Konfliktlagen pädagogisch anzugehen.

 

Termine
27.–29. März 2020
15.–17. Mai 2020
19.–21. Juni 2020
18.–20. September 2020
07./08. November 2020
(jeweils Fr 14–20 Uhr und Sa/So 10–17 Uhr)


Teilnahmegebühr:
600.- Euro (incl. Übernachtung und Verpflegung)

Junges Hotel Hamburg,
Kurt-Schumacher-Allee 14, 20097 Hamburg

Kontakt und Anmeldung
Arbeit und Leben Hamburg
Besenbinderhof 60, 20097 Hamburg
Telefon 040 284016-11
www.hamburg.arbeitundleben.de
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