[Material] Handbuch für gute digitale Bildung

Symbolbild | Photo by Glenn Carstens-Peters on Unsplash

Gute digitale Bildung – damit haben sich die meisten in der Bildungsarbeit in den letzten zwei Jahren intensiv auseinandersetzen müssen. Gerade weil es vorher eher ein „Nischenthema“ war, sind viele ins kalte Wasser gesprungen und haben sich Wissen selbst anlesen müssen. Mit der Rückkehr in eine gewisse Normalität droht nun das Wissen um die digitalen Formate etwas zu verblassen. Mit #EBdigital ist nun eine Website verfügbar, auf der es erste Qualitätskriterien für eine gute digitale Bildung gibt. Außerdem werden Gelingensfaktoren benannt, wie diese Qualitätskriterien erreicht werden können.

ebdigital.deebdigital.de

Hinweise zur Nutzung

Kernstück der Website ebdigital.deebdigital.de sind die Qualitätskriterien sowie die dazu gehörigen Gelingensfaktoren. Die Qualitätskriterien geben dabei einen eher allgemein gehaltenen Überblick. Die Gelingensfaktoren hingegen unterstützen in der alltäglichen Arbeit mit digitalen Formaten und Tools in diesen drei Kategorien:

Der BildungsträgerDer Bildungsträger

Die BildungsakteureDie Bildungsakteure

Die BildungsangeboteDie Bildungsangebote

Sowohl die Kriterien als auch die Gelingensfaktoren können als PDF-Checklisten runtergeladen werden. Alle Checklisten sind auch übersichtlich auf der DownloadseiteDownloadseite zusammengeführt.

Zur Entstehung

Die vorliegenden Qualitätskriterien wurden von einer community of praxis entwickelt. In diesem partizipativen Prozess entwickelten Vetreter:innen der freien Träger der Erwachsenenbildung und der Volkshochschulen die nun vorliegenden Kriterien gemeinsam. Unterstützt wird dieses Expter:innengremium wiederrum durch die Kolleg:innen in den Einrichtungen. In Form eines Fachtags haben die Expert:Innen die Erfahrungen und Bedürfnisse aufgenommen und liessen diese in den Entstehungsprozess miteinfließen. Denn nur so gelingt die Anerkennung einer Träger- und Bildungslandschaft, die sowohl in Bildungskonzepten als auch Zielgruppen heterogen ist.

 

Dies muss als ein ganzheitlicher Prozess verstanden werden, der nicht nur die „Digitalisierung der Lehrveranstaltung“ umfasst, sondern in der Fachliteratur unter dem Begriff „Digitalität“ zusammengefasst wird.

„Digitalität bedeutet, dass Menschen kommunikative Handlungen in digitaler Form ausführen. Sie benutzen zu diesem Zweck die genannten Dinge, aber eben zur Erfüllung des jeweiligen kommunikativen Bedürfnisses. Digitalität ist immer ausgehend von den kommunikativen Handlungen zu verstehen und nachrangig von den technischen Mitteln, welche zur Erfüllung gewählt werden.“ [1]

Was ist „Digitale Bildung“?

„Digitale Bildung ist […] der Schlüssel zur Teilhabe an einer digitalen Welt: im Beruf, als Verbraucherin oder Verbraucher, als Bürgerin oder Bürger. Gleichzeitig entstehen neue Möglichkeiten für Bildung durch die Digitalisierung: neue didaktische Mittel, Verbreitungswege und Zugang zu Wissen.“[2]

„Digitale Bildung“ ist also ein „Mindset“, eine Art „Auffassung“ oder eine Leitlinie. Dabei beschränkt sich die „Digitale Bildung“ jedoch nicht auf Inhalte, Werkzeuge oder Methoden, sondern umfasst bspw. auch die Kommunikation, die Verwaltung und natürlich auch die Ziele der Bildungsarbeit.

Wo fängt Digitale Bildung an?

Digitale Bildung beginnt da, wo entweder digitale Hilfsmittel eingesetzt werden oder wo Themen der digitalen Welt behandelt werden. Nun ist nicht gleich jedes Seminar, bei dem auf dem Computer das Programm der Bildungsveranstaltung geschrieben wurde, Teil von „Digitaler Bildung“. Gleichzeitig kann aber auch ein Seminar, welches gänzlich ohne digitale Hilfsmittel auskommt zur digitalen Bildung gehören, wenn bspw. digitale Themen behandelt werden.

Digitale Bildung reicht also von Bildungsangeboten, die sich mit digitalen Themen beschäftigen, über Veranstaltungen, die digitale Hilfsmittel wie Programme, Apps, Methoden einsetzt bis hin zu selbstorganisierten Lernformen bspw. in Form von Lernplattformen oder MOOCs[3].

Was ist anders an Digitaler Bildung?

Nicht wenige haben die Vermutung, dass digitale Bildung einfach nur „alter Wein in neuen Schläuchen“ ist. Es gehört gerade in einer Periode des Wandels dazu, dass zuerst einmal die „alten“ Konzepte nur auf die „neuen“ Werkzeugen transferiert werden und das ist auch gar nicht falsch. Gleichzeitig ist die „Digitale Bildung“ auch keine „neue“ Form der Bildung selbst. Digitale Bildung ist vor allem eine Bildung MIT und ÜBER digitale Medien. Und schließlich noch die letzte, auch offensichtliche Bemerkung: „Doch ist eine neue Technologie, die für Zwecke des Lehrens und Lernens eingesetzt wird, nicht per se eine Verbesserung.“[4]

In der Bildungsoffensive für die Digitale Wissensgesellschaft fasste das BMBF "Digitale Bildung" anhand von zwei Kriterien zusammen:

„Digitale Bildung beinhaltet nach unserem Verständnis sowohl die Vermittlung digitaler Kompetenz, d. h. der Fähigkeit zur fachkundigen und verantwortungsvollen Nutzung digitaler Medien (digitale Bildung als Lehr- und Lerninhalt) als auch das Lernen mit digitalen Medien (digitale Bildung als Instrument).“[5]

Das „andere“ oder „neue“ an der Digitalen Bildung ist also das Integrieren digitaler Ressourcen in den „Bildungsalltag“ sowie das Vermitteln von Kompetenzen um diese nutzen zu können.

Fazit

Die zu entstandenen Kriterien verstehen sich, und das ist sehr wichtig, als eine Ergänzung zu den schon vorhandenen Qualitätsmanagementsystemen in den Einrichtungen. Die Integration in die bestehenden Systeme soll die Träger entlasten und ihnen eine Hilfestellung in der Digitalen Bildung sein, damit eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit ein Gewinn für die Teilnehmenden aber auch für die Kolleg:innen ist.

 

 

Das Projekt #EBdigital entstand im Rahmen der Richtlinie Digitalisierung des Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport. Erarbeitet wurden die Qualitätskriterien unter der Leitung des Thüringer Volkshochschulverband e.V. und der Landesorganisation der Freien Träger (LOFT). Arbeit und Leben Thüringen begleitete diesen Prozess als fachliche Koordination. 

 

 

[1] Mecklenburg, Lars: Was ist Digitalität https://larsmecklenburg.medium.com/was-ist-digitalit%C3%A4t-1e15921ef8c0https://larsmecklenburg.medium.com/was-ist-digitalit%C3%A4t-1e15921ef8c0

[2] „Digitale Bildung – Der Schlüssel zu einer Welt im Wandel“ (Seite 4) https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Publikationen/Digitale-Welt/digitale-bildung-der-schluessel-zu-einer-welt-im-wandel.pdf?__blob=publicationFile&v=8https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Publikationen/Digitale-Welt/digitale-bildung-der-schluessel-zu-einer-welt-im-wandel.pdf?__blob=publicationFile&v=8

[3] Massive Open Online Courses

[4] Pietraß, Manuela: Was ist das Neue an „digitaler Bildung“? Zum hochschuldidaktischen

Potenzial der elektronischen Medien - In: Erziehungswissenschaft 28 (2017) 55, S. 19

[5] Bundesministerium für Bildung und Forschung: Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft – Strategie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung S. 8

Unterrichtsmaterial, Unterrichtshilfe, digitaleBildung, Qualitätskritierien, digitaleQualitätskriterien


Politische Jugendbildung ist ein Angebot
der Jugendbildungsreferent*innen von
Arbeit und Leben DGB/VHS e.V.

BMFSJ

Home