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Sklaven und Kolonialismus

Der 23. August ist der Internationaler Tag der Erinnerung an Sklavenhandel und dessen Abschaffung. An diesem Tag wird der Opfer von Sklaverei, Kolonialismus und Rassimus gedacht.

Am 23. August 1791 brach in Saint-Domingue auf Haiti ein Sklavenaufstand aus, der aus der französischen Kolonie Saint-Domingue nicht nur den ersten unabhängigen Staat in Lateinamerika machte, sondern auch den ersten Staat der durch ehemalige Sklaven geformt wurde. 

Bereits 1788 organisierten sich die Société des Amis des Noirs, die für die Rechte schwarzer Menschen kämpfte. Ein im März 1791 erlassenes Gesetz, das die Rechte schwarzer Menschen verbessern sollte, wurde jedoch von den weißen Kolonisten und der Verwaltung nicht beachtet. Nach einem fehlgeschlagenen Aufstand der freien Schwarzen begannen die Sklaven einer Plantage sich selbst zu befreien. Am 4. April 1792 erließ die Gesetzgebende Nationalversammlung ein Gesetz, das allen Bewohnern der französischen Kolonien die gleichen Rechte zubilligte, unabhängig von ihrer Hautfarbe. Um dieses Gesetz durchzusetzen schickte die Erste Französische Republik 6.000 Soldaten auf die Insel. Jahre des Bürgerkriegs folgten, in denen auch Spanien und England mitmischten. Erst mit der Unabhängikeitserkläung von Haiti am 1. Januar 1804 endete die Kolnialgeschichte Frankreichs auf der Insel.

1988 erklärte die UNESCO den 23. August zum Internationaler Tag der Erinnerung an Sklavenhandel und dessen Abschaffung. Auch fast 230 Jahre nach dem erfolgreichen Aufstand ist ein sklavereiähnliches Arbeitsverhältnis für viele Menschen auf der Erde nach wie vor bitterer Alltag. Trotz der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die Sklaverei verbietet, leben Schätzungen zu Folge 21 Millionen in einem sklavereiähnlichem Zustand.

 

Weitere Informationen:

Internationaler Tag der Erinnerung an Sklavenhandel und dessen Abschaffung [Bundeszentrale politische Bildung]

Haitianische Revolution [Wikipedia]

 

Bildungsmaterialien für einen herrschaftskritischen Umgang mit Rassimus und Kolonialismus:

Connecting the dots - Geschichte(n) von Unterdrückung und Widerstand

mangoes & bullets - Materialien für rassismus und herrschaftskritisches Denken und Handeln