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Workshop: Hunger nach Rohstoffen

Deutschland zählt als wichtige Industrienation zu den größten Rohstoffkonsumenten der Welt. Was heißt das konkret? Wie viel konsumieren wir? Und was bedeutet eigentlich Ressourcengerechtigkeit?

In dem Workshop werden globale Lieferketten der Rohstoffindustrie aus menschenrechtlicher Perspektive analysiert. Weiterhin wird grundlegendes Wissen über Akteure, Instrumente und aktuelle Debatten deutscher Rohstoffpolitik vermittelt.


Die Referent*innen zeigen exemplarisch auf, welche Folgekosten der weltweite Wettlauf um Ressourcen im globalen Süden mit sich bringt. Die Teilnehmenden erhalten die Möglichkeit, sich anhand exemplarischer Wertschöpfungsketten des Rohstoffsektors mit menschenrechtlichen und ökologischen Herausforderungen entlang globaler Lieferketten für alltägliche Produkte auseinanderzusetzen. Im Workshop werden zudem konkrete Beispiele zivilgesellschaftlichen Engagements lokaler Gemeinschaften aufgezeigt, die rund um Bergbaugebiete aktiv Menschenrechte einfordern und verteidigen. Hierbei liegt ein besonderer Fokus auf dem Recht, Entscheidungen über Projekte zu treffen, die ihr eigenes Land betreffen.

Im praktischen Teil des Workshops lernen die Teilnehmenden kreative Aktionsformen (z.B. Kommunikationsguerilla, Flashmob, unsichtbares Theater, Pressestunt) kennen und entwickeln ein grundlegendes Verständnis darüber, was eine wirksame Aktion ausmacht. Zudem erfahren sie, wie zivilgesellschaftliches Engagement öffentlichkeitswirksam genutzt werden kann, um den Handlungsdruck auf Politikvertreter*innen zu erhöhen.

Es referieren:

Beate Schurath ist seit 2014 Referentin für Ressourcengerechtigkeit bei INKOTA Netzwerk e.V. und setzt sich mit Kampagnen- und Informationsarbeit für eine zukunftsfähige, sozial und ökologisch gerechte Rohstoffpolitik ein. Aktueller Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Frage, wie die Rohstoffnutzung für Zukunftstechnologien, Industrie 4.0 und Elektromobilität sinnvoll politisch flankiert werden kann, um menschenrechtliche und ökologische Standards entlang der globalen Lieferketten sicherzustellen. Die Kulturwissenschaftlerin arbeitete zuvor mehrere Jahre im westafrikanischen Benin als DED-Beraterin für den Schutz und die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen im Pendjari Biosphärenreservat.

Oscar Choque ist seit März 2017 bei Ayni e. V. (Leipzig/Dresden) als Eine-Welt Fachpromotor für Rohstoffmärkte, Entwicklungen und Migrationsbewegungen tätig. Seine Aufgabe besteht unter anderem darin, über die Zusammenhänge zwischen dem Rohstoffabbau im Globalen Süden sowie die Rohstoffverschwendung im Globalen Norden und die damit verbundenen sozioökonomischen und ökologischen Folgen in verschiedenen Zielgruppe darüber zu sprechen und sensibilisieren. Er ist in einem Bergwerk in Bolivien aufgewachsen und hat er dort gearbeitet. Derzeit beschäftigt sich er konkret mit dem Zusammenhang der Lithiumabbau in Dreiländereck (Argentinien, Chile und Bolivien) und der Frage der Partizipation (Menschenrechte in Batterie Lieferkette) der Gemeinden vor Ort.

Datum: 30.08.2018, 9.30 – 17.00 Uhr

Veranstaltungsort: Schrankenlos e.V. Barfüßerstraße 32, 99734 Nordhausen

Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei.

Anmeldungen bei Frau Stephanie Tiepelmann-Halm unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bis zum 29.08.2018.

 

Quelle und Anmeldung: Heinrich Böll Stiftung

 

Symbolfoto:Dominik Vanyi