[Rückblick] Deutsch-russische Jugendbegegnung VIRTUELL: Leben – Lernen – Zukunft

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Während die meisten Jugendbegegnungen von Arbeit und Leben momentan pandemiebedingt komplett abgesagt werden, fand der Jugendaustausch von Arbeit und Leben Hamburg und dem Bund der Metallgewerkschaften St. Petersburg im Dezember 2020 als digitales Format statt. Die Jugendlichen beschäftigten sich mit dem Thema „Krisenzeit – Gewerkschaften und Corona”, so dass zwei Themen besondere Aufmerksamkeit geschenkt  wurde: Wie hat sich die Pandemie auf das private und berufliche Leben der Teilnehmenden ausgewirkt und welchen Beitrag können Sie als Jugendliche zu einer Verbesserung in der Krisensituation leisten?

Besondere Herausforderungen von virtueller internationaler Begegnung

Umgesetzt wurde das Format an vier aufeinanderfolgenden Donnerstagen in dreistündigen  Zoom-Sessions am frühen Abend. Beim Programm wurde eine Simultan-Dolmetschung angeboten. Durch das online Format der Begegnung war die Realisierung der Sprachanimationen besonders. Vor dem Hintergrund der fehlenden Bewegungsmöglichkeiten im Seminarraum wurden einfachere Übungen ausgewählt. Herausfordernd war zudem alle Teilnehmer*innen zum Mitmachen zu motivieren, die sich „hinter einem schwarzen Bildschirm verstecken”, was den Verlauf und das Ergebnis der Übung teilweise ins Stocken brachte. Für viele Teilnehmer*innen war es aufgrund der schlechten Internetverbindung nicht möglich, das Video einzuschalten. Nach der ersten sprachlichen Übung liefen die folgenden Übungen flüssiger.

Zeitzeug*innengespräch als besonderer Moment

Inhaltlich diskutierten die Jugendlichen über die Auswirkungen von Corona im Privatleben und verglichen die beiden Gewerkschaftssystem. Die Eindämmungsmaßnahmen waren überall fast gleich und die Jugendlichen fühlten sich insbesondere im sozialen Leben, beim Sport und Reisen eingeschränkt.

Als Unterschied in der Arbeitssituation und Gewerkschaftsarbeit stellten sie fest, dass in deutschen Betriebe v. a. die Kurzarbeit Thema ist, während es in Russland wichtig erschien, dass z. B. über 65 Jahre alte Angestellte ein Arbeitsverbot, aber eine Lohnfortzahlung erhielten. In Russland ist die Produktionsrate weniger zurückgegangen. Die Jugendlichen schlussfolgerten dies u. a. daraus, dass deutsche Industriebetriebe mehr ausländische Zulieferer haben. Ein weiterer Fokus der Begegnung lag auf der gemeinsamen Geschichte. Über das Programm Humanitäre Geste fand ein Gespräch mit einer Zeitzeugin der Leningrader Blockade statt. Das heutige St. Petersburg war im zweiten Weltkrieg über zwei Jahre lang von der deutschen Wehrmacht belagert worden mit dem Ziel die Bevölkerung systematisch verhungern zu lassen. Sowohl die intensive Vorbereitung als auch der didaktisch sehr gelungene Einstieg in das Thema durch das Deutsch Russische Begegnungszentrum (DRB) und schlussendlich das bewegende Gespräch mit der Überlebenden selbst haben zu einer tiefen Verbundenheit mit dem geschichtlichen Thema auf deutscher und russischer Seite geführt

Virtuelle Formate als Zukunftsmodell der internationalen Zusammenarbeit?

Als Fazit beurteilten die Teamer*innen, dass eine virtuelle internationale Begegnung ein gutes, ergänzendes Format darstellt, um die Jugendlichen schon vor der Präsenzbegegnung zusammenzubringen und die Motivation und Vorfreude damit zu steigern. Die Beteiligten waren froh, dass der Austausch als Alternative für das ausgefallende Präsenzformat stattfinden konnte, freuen sich jedoch darauf, die Begegnung im nächsten Jahr hoffentlich wieder in einer echten Begegnung umzusetzen.

Das Projekt wurde von der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch gefördert.

Weitere Informationen zum deutsch-russischen Jugendaustausch von AL Hamburg sowie Prakiktumsmöglichkeiten für Azubis in St. Petersburg gibt es hier:

Kontakt

Arbeit und Leben Hamburg
Besenbinderhof 60, 20097 Hamburg
Telefon: +49 (0)40 284016-84
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