Politische Bildung testet: FAKE IT TO MAKE IT

Das Online-Spiel „Fake It To Make IT” (https://fakeittomakeit.de/https://fakeittomakeit.de/) wurde von der US-amerikanischen Programmiererin Amanda Warner als Reaktion auf die zahlreichen Falschinformationen entwickelt, die während des Präsidentschaftswahlkampfes 2016 im Internet kursierten.
Im Spiel wird simuliert, wie Falschinformationen im Internet erzeugt und verbreitet werden können.

Dazu werden die Lernenden in die Rolle von „Fake News“-Quellen versetzt, die durch die Erzeugung und Verbreitung von Falschinformationen Geld verdienen wollen. Das Spiel bietet dadurch einen niedrigschwelligen Einstieg in die „Fake News“-Thematik und darüber hinaus Anknüpfungspunkte für weitere digitalisierungsspezifischen Themenbereiche.

Auf einen Blick

Name: Fake It To Make IT

Zielgruppe: Jugendliche ab 14 Jahre, aber auch für Erwachsene (z.B. in der Elternarbeit oder in der Weiterbildung für Multiplikator*innen). Da das Spiel textbasiert ist, sollte bei den Lernenden ein gewisses Textverständnis bzw. eine grundlegende Lesekompetenz gegeben sein.

Dauer: Die Spielzeit beträgt ca. 30-60 Minuten. Nachdem das Ziel erreicht ist, kann aber auch weitergespielt werden.

Herausgegeben von: Bundeszentrale für politische Bildung

So funktionierts

Für das Spiel werden PCs, Laptops oder Tablets (ca. zehn Zoll Bildschirmgröße als Minimum) mit Internetanbindung und einem aktuellen Browser benötigt. Smartphones eignen sich weniger, da das Spiel (noch) nicht für mobile Endgeräte angepasst worden ist.
(Im Rahmen einer pädagogischen Begleitung: Die Anzahl der Geräte ist abhängig von der Anzahl der Lernenden – wobei ein Endgerät für maximal zwei bis drei Personen zur Verfügung stehen sollte. Darüber hinaus werden Medien benötigt, um die Arbeitsergebnisse festzuhalten; dies kann in klassischer Form mittels Flipcharts oder Moderationskarten sowie einer Pinnwand erfolgen oder auch in digitaler Form mittels Texteditoren, die zum Teil eine gleichzeitige kollaborative Bearbeitung ermöglichen.)

Die Spielenden sind bei „Fake it to make it“ verantwortlich für die Entstehung und die Verbreitung von reißerischen und falschen Nachrichten. Am Anfang wird ein Nachrichtenportal erstellt. Dieses wird mit fremden Artikeln (natürlich, ohne sie vorher zu prüfen) und eigenen gefüttert. Diese ‚News‘ werden mit gekauften Profilen in Gruppen auf sozialen Plattformen geteilt, je nachdem, für welche Themen sich die Gruppen interessieren. Wie im echten Leben ist alles dabei: Tierliebhaber, Elterngruppen, Lifestyle- und Ernährungsbewusste, aber auch politisch Interessierte. Es sollen viele Klicks generiert werden, um durch geschaltete Werbung auf der eigenen Website Einnahmen zu bekommen. Es müssen also möglichst interessante, glaubhafte oder dramatische Nachrichten in Umlauf gebracht werden – die Richtigkeit der Meldungen spielt keine Rolle. Die Reaktionen auf Posts werden direkt als Kommentare angezeigt. Eine Statistik über Aufrufe, Likes, Shares, und Einnahmen ist das ganze Spiel über eingeblendet. Die einzigen Erschwernisse sind Kosten, zum Beispiel für die Domain der Website oder Nutzerprofile mit großem Netzwerk, und dass die Fake News als solche enttarnt werden könnten.

Weitere Informationen

Eine didaktische Handreichung und Arbeitsmaterialien gibt es hier: https://www.spielbar.de/150166
https://www.spielbar.de/150166
Weitere Informationen zu dem Spiel, zu den realen Hintergründen oder Presseberichte gibt es hier: https://fakeittomakeit.de/abouthttps://fakeittomakeit.de/about 

Im Check

Vermittlung von Inhalten
Bei „Fake it to make it“ schlüpft man in die Rolle des „Täters“, der Fake News verbreitet. Der Spielende ist dadurch motiviert, sich mit erfolgversprechenden Strategien zur Erstellung und Verbreitung von Falschmeldungen auseinanderzusetzen. Auch mögliche Gründe, diese überhaupt zu verbreiten, werden erkennbar. So gibt es neben dem finanziellen Gewinn zwei fiktive politische Richtungen (Orange und Lila). Skandalmeldungen oder Verschwörungstheorien über eine Partei schaffen große Aufmerksamkeit bei Anhängern der anderen und führen zu immer mehr Misstrauen und Ablehnung. Durch gezielte Schlagworte, die beim Erstellen verwendet werden, kann regelrechte Hetze gegen Einzelpersonen oder Gruppen betrieben werden.

Handhabung
Für das Spiel werden grundlegende Lese- und PC-Kenntnisse vorausgesetzt. Nachdem man sich einen Avatar und ein Spielziel (für was möchte ich wieviel Geld verdienen?) ausgewählt hat, sucht man sich eine passende Nachrichtenplattform aus und kann diese dann mit bereits vorgefertigten (oder eigenen) Nachrichten füllen und anschließend auf Social Media Profilen platzieren, um Klicks zu generieren. Die Bearbeitungsoberfläche ist übersichtlich gestaltet und gut verständlich. Man bekommt immer wieder Hilfestellungen und Anleitungen eingeblendet, die auch Hintergrundinformationen (z.B. Was macht die Vertrauenswürdigkeit einer Seite aus?) liefern.

Motivationsfaktor
Da das Spiel sehr textlastig ist und die Bearbeitung im „Backend“ einer Website simuliert, ist der „optische Spaßfaktor“ nicht sonderlich hoch. Allerdings kann man sich kreativ bei der Zusammenstellung von (vorgefertigten) Fake News betätigen und hier sicherlich das ein oder andere Mal schmunzeln. Wenn man in einer Gruppe spielt, kann es zusätzlich darum gehen, wer als erstes sein Spielziel – eine gewisse Geldsumme durch ausreichend Klicks generieren – erreicht.

Unser Fazit

Das Online-Spiel „Fake It To Make It” bietet einen guten, niedrigschwelligen Zugang zum Themenkomplex Fake News. Durch die verschiedenen Aktionen - z.B. Fake News mit einer spezielle Botschaft/Intention erstellen, Verbreitung über Social Media Kanäle oder „Stimmungen“ der Leser*innen bedienen – wird ein guter Überblick über die verschiedenen Facetten und Hintergründe dieses Phänomens geboten.


Politische Jugendbildung ist ein Angebot
der Jugendbildungsreferent*innen von
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