Foto: ebd / AL Thüringen / Samantha Font-Sala

[Materialien] Junge Geflüchtete als politische Bildner*innen

Im gesamten Bundesgebiet werden derzeit vielfältige Qualifizierungsmaßnahmen für junge Geflüchtete entwickelt, erprobt und umgesetzt. Das Werkstattgespräch „Junge Geflüchtete als politische Bildner*innen“, das am 17. und 18. Mai 2018 in Weimar stattgefunden hat, verstand sich als Austauschforum für Bildungspraktiker*innen, um die dabei gesammelten Erfahrungen zu reflektieren und den Versuch zu unternehmen, mögliche Eckpunkte für solche Qualifizierungsformate zu formulieren.

Neben einem kollegialen Austausch standen an beiden Veranstaltungstagen vor allem folgende Fragestellungen auf dem Programm: Welche Qualifizierung brauchen junge Geflüchtete? Und: Was können mögliche Bausteine einer Multiplikator*innen-Qualifizierung für junge Menschen mit und ohne Fluchthintergrund sein?

Einig waren sich die Teilnehmenden, dass sich Multiplikator*innen der politischen Bildung von Anfang an mit ihrer Haltung und mit ihrem Rollenverständnis auseinandersetzen müssen. Ein junger politischer Bildner mit Fluchthintergrund fasste es so zusammen: „Am Anfang ist es schwierig zu entscheiden: Mit welcher Zielrichtung will ich reden? Mit welchem Fokus?“. Damit junge Multiplikator*innen ihre eigenen Perspektiven in ihre Bildungsarbeit einbringen können, ist es zudem wichtig, ihnen Werkzeuge zur Aufbereitung von Themen an die Hand zu geben. Kenntnisse über Ansätze und die spezifischen Gestaltungsprinzipien der politischen Bildung in Deutschland sollten ebenso Gegenstand von Qualifizierungsmaßnahmen sein.

Prof. Dr. Benno Hafeneger von der Universität Marburg gab den Teilnehmenden als Empfehlung mit auf den Weg, Qualifizierungsformate prozess- und subjektorientiert zu gestalten. Junge Multiplikator*innen bleiben nur motiviert, wenn sie ihre Anliegen und Themen einbringen können und bei ihrem Einstieg in die politische Bildungsarbeit begleitet werden.

 

Die Dokumentation des Werkstattgesprächs „Junge Geflüchtete als politische Bildner*innen“ besteht aus zwei Teilen:

  • Die Dokumentation des kollegialen Fachaustauschs über verschiedene Konzepte von Qualifizierungsformaten sowie der Podiumsdiskussion „Welche Qualifizierung brauchen junge Geflüchtete“, in der junge Teilnehmende mit Fluchthintergrund ihre Perspektiven auf Qualifizierungsformate diskutierten. Die Dokumentation enthält auch ein thesenförmiges Feedback des Erziehungswissenschaftlers Prof. Dr. Benno Hafeneger zum Werkstattgespräch, an dem er beide Tage begleitend teilnahm.Zum Download: Dokumentation_Werkstattgespräch_17.-18.05.2018.pdf

 

  • Die Arbeitshilfe „Junge Geflüchtete als politische Bildner*innen. Bausteine für Qualifizierungsmaßnahmen“, in der mögliche Elemente von Qualifizierungsformaten benannt sind und von den Teilnehmenden der Werkstatt mit zahlreichen Hinweisen, Empfehlungen, Erfahrungen und auch offenen Fragen versehen wurden. Zum Download: Arbeitshilfe_Bausteine_Qualifizierung.pdf

 

weitere Informationen bietet die Projektwebsite: empowered-by-democracy.de

 

Das Artikelfoto entstand während eines Seminars im Bundestag 2017 im Rahmen von Empowered by Democracy. Fotografin: Samantha Font-Sala